St.-Vitus-Kirche

Die Geschichte der Letter St.-Vitus-Kirche geht auf eine Klostergründung der Prämonstratenser im Jahre 1133 zurück. 1251 wurde sie erstmals als Pfarrkirche bezeichnet. Sie entstand im 13. Jahrhundert anstelle der ursprünglichen Kapelle. Die beiden westlichen Joche sind heute noch erhalten und in einem Neubau integriert. Teile wurden 1921 durch ein Querhaus ersetzt. Dieses wiederum wurde mit Ausnahme der Apsis 1971 abgebrochen. An dieser Stelle entstand der jetzige Neubau, ein Saalbau mit gegiebelter Decke und einem Walmdach, der 1972 eingeweiht wurde. Alt- und Neubau sind mit einem überdachten Gang verbunden, der an die klösterliche Vergangenheit erinnert.

Der Kirchturm wurde 1858 nach Plänen von Emil von Manger in neuromanischer Form fertiggestellt. Das Rundbogenportal des Turms im Westen ist vom Vorgängerbau übernommen. Im Turm hängen drei Bronzeglocken, die 1948 in Gescher gegossen wurden. Im Turmraum leitet ein hoher Spitzbogen in den erhaltenen mittelalterlichen Kirchenraum sowie in die Marienkapelle. Im Sockel des 1984 neu gestalteten Altares werden zwei Kunstschätze von überregionaler Bedeutung aufbewahrt: ein Reliquiar und ein Tragaltar aus dem 12. Jahrhundert.

Draußen auf dem Kirchplatz bekommt man die alte Turmuhr zu sehen und einen Bibelgarten, der in der Bibel erwähnte oder in der biblischen Welt vorkommende Pflanzen zeigt. Dort beginnt der Bibelpfad, ein Wanderweg, der vorbei an Wegekreuzen und Kapellen über Möhler und Oelde zurück nach Lette führt.

Patron der Letter Kirchengemeinde ist der jugendliche Märtyrer Vitus, der zu den populärsten Heiligen Europas gehört. Vitus wurde auf Sizilien geboren und starb mit 13 Jahren in der Christenverfolgung unter dem römischen Kaiser Dioklethian um 304 n. Chr. im süditalienischen Lucanien. Er ist der Schutzheilige der Jugend, der Schauspieler, Winzer Bierbrauer, Gastwirte und Haustiere. Sein Gedenktag ist der 15. Juni. Dann wird in Lette die Vitus-Kirmes gefeiert.

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