Porträt & Geschichte

Dorfporträt

Das satte Grün von Wald und Wiesen prägt das Ortsbild ebenso wie die Mühle und der Kirchturm von St. Vitus. Eingebettet in die Parklandschaft des Münsterlandes lässt es sich in Lette ruhig wohnen. Doch wer sich auf das Dorfleben einlässt, wird feststellen, wie munter es ist.

So gibt es eine ganze Reihe an Vereinen, die mit findigen Ideen ein soziales und kulturelles Angebot schaffen. Ebenso werden alte Traditionen bewahrt, wie der Pfingstkranz oder das Vitus-Patronatsfest. Gute Beispiele für den Sinn für das Gemeinwohl sind das gemeinschaftlich errichtete Heimathaus und die Kochbücher der Landfrauen, durch deren Erlöse von mehr als einer Million Euro schon vielen Bedürftigen die Bürde erleichtert werden konnte.

Erfolgreich arbeiten auch die heimischen Industrie- und Handwerksbetriebe. Rund 1.000 Menschen gehen hier Tag für Tag ihrer Arbeit nach. So steht Lette kerngesund da. Zwar lässt die ländliche Infrastruktur in Zeiten des Demografischen Wandels den einen oder anderen Wunsch offen, doch sind die Wege kurz.

Lette wurde 1133 gegründet, zählt heute rund 2.400 Einwohner und gehört zur Stadt Oelde im Kreis Warendorf. Die katholische Kirchengemeinde St. Vitus gehört zur Pfarrei St. Johannes Oelde im Bistum Münster.

Geschichte

Die eigentliche Geschichtsschreibung begann für Lette im Jahr 1133, als Rudolf von Steinfurt seinen Besitz mit den Kapellen in Clarholz und Lette stiftete, um dort ein Kloster zu errichten. Gleichwohl soll es zwischen 500 und 600 n. Chr. eine Erstbesiedlung vornehmlich im Bereich des Heidplatzes und der Letter Geist gegeben haben. In der Herzebrocker Heberolle (1069 – 1088) tauchte „Letti“ erstmals auf. Die Prämonstratenser, der Orden des Norbert von Xanten, gründeten also in Lette einen weiblichen Konvent und in Clarholz einen männlichen. Der Letter Konvent erreichte nie größere Bedeutung. Um 1570 bestand er nicht mehr.

Nach der Auflösung des Klosters Clarholz 1803 zählte Lette weiter zur Grafschaft Rheda, ab 1816 zum Kreis Wiedenbrück. Diese Kreisgliederung war von beachtlicher Kontinuität. Im Rahmen der Kommunalen Neugliederung wurde Lette 1970 schließlich zum Stadtteil von Oelde im heutigen Kreis Warendorf.

Dem Namen Lette (Letti, Letthe) werden die Bedeutungen Landwehr, Lehmboden, Hindernis und Grenze zugeschrieben. Letztere trifft für das Dorf Lette besonders zu, denn es ist aus einer auf der Grenze zwischen dem Sinithi- und Dreingau gelegenen Eschflursiedlung entstanden. Vom Begriff der Grenze erschließt sich auch die Bedeutung des Wappens, dem Schlagbaum. Seit jeher war Lette Grenzort des Bistums Münster.

1798 in Lette geboren wurde Jodocus Donatus Hubertus Temme. Nachdem der Jurist 1849 in die erste demokratische Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche gewählt wurde, wurde er aus dem preußischen Staatsdienst entlassen. Daraufhin wurde er zu einem der bedeutendsten Autoren der Kriminalnovelle seiner Zeit.

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