Gedanken

Impulse und Worte für den Tag geschrieben von unseren Seelsorgern finden Sie hier:
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Pater Walter Happel SJ hat Texte erstellt für Exerzitien zuhause und bietet an, mit ihm dazu per E-Mail in Kontakt zu treten.
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    Beten wir füreinander...

    Für die Weltgemeinschaft, die das Corona-Virus zu gemeinsamem Handeln herausfordert.
    Für alle, die miteinander beraten und folgenreiche Entscheidungen treffen
    und für alle, die für Solidarität und Verständnis werben.

    Für unsere Kinder und Jugendlichen, für die alten und kranken Menschen,
    für alle, die mit einem besonderen Risiko leben.
    Für alle in Quarantäne
    und für die vielen Familien, die ihr Leben neu regeln müssen,
    weil Schulen und Kitas geschlossen sind.

    Für alle Menschen, die Angst haben.
    Für die, die sie begleiten und beruhigen;
    und für alle, die füreinander Sorge tragen.

    Für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber,
    die sich in der aktuellen Krise hilflos fühlen;
    für alle, die nach schnellen Lösungen suchen, um die Arbeitsplätze zu sichern.
    Für alle Frauen und Männer, die um ihren Arbeitsplatz bangen.

    Für die vielen Menschen auf der Welt,
    die auch noch andere Sorgen und Lebensnöte haben.
    Für die Menschen an Europas Außengrenzen, für alle ohne Heimat und Sicherheit.

    Für alle Kinder, die Opfer von Krieg, Gewalt und Terror werden;
    für die, die allein und einsam sind.
    Für alle, mit denen niemand solidarisch ist.

    Für alle Menschen, die die politischen Entwicklungen in Deutschland mit Sorge wahrnehmen.
    Für Frauen und Männer und junge Leute, die mutig aufstehen gegen Rechts.
    Und für die Verantwortlichen, die Zeichen setzen zum Schutz der Demokratie.

    Gott, du schenkst Hoffnung und Vertrauen. Wir bitten dich, erhöre uns.

    Quelle: Bistum Trier

    So langsam gehen die Tage der Fastenzeit, („österlichen Bußzeit“) dem Ende entgegen und Ostern, das Fest der Auferstehung steht bevor.

    Bedingt durch die Coronakrise gab es natürlich viel Zeit über grundsätzliche Dinge nachzudenken. Und so kam es, dass ich wieder einmal in meinem eigenen Leben herumkramte und Manches fand, dass bedeutsam war. Da waren die Erinnerungen an die Fastenzeit in meiner Kindheit: Wir mussten Verzicht üben: keine Süßigkeiten, kein Geld durfte ausgegeben werden, weil das für einen guten Zweck gespart wurde,  da mussten wir besonders gehorsam sein, weil der liebe Gott sieht alles, da musste Vieles, was wir sonst gerne taten, ausgesetzt werden: eben verzichten!

    Heute frage ich mich: Was hatte das eigentlich mit einer Vorbereitung auf das Auferstehungsfest zu tun, mit meinem Glauben, mit meiner Beziehung zu Jesus Christus. Fasten ist sicher gut und richtig, weil es dem Körper und der Sicht auf die Selbstbestimmung guttut. Aber eine Vorbereitung auf Ostern war das eigentlich nicht. Mit meinen Überlegungen und Einsichten heute stelle ich mir eine andere Vorbereitung auf Ostern vor: Sparen für die Lebensermutigungen der Menschen, die nicht am Leben teilnehmen können wie wir es tun. Suchen und fragen nach meiner eigenen Beziehung zu Jesus Christus und nach dem wie ich oder ob ich überhaupt an die Auferstehung Jesu glaube, eine Auferstehung, die auch mir, uns, versprochen ist. Suchen und Fragen ob ich mein Leben mit dem Lebenswissen der Hl. Schrift gestalte! Auch als Grundlage für den Umgang mit anderen Menschen. Fröne ich einem Glauben, der dogmatisch und statisch geworden ist oder entdecke ich auf Grund der Auferstehung Jesus die Dynamik und den Aufbruch, der aus dem Leben Jesu kommt? Musste ich in der Vorbereitungszeit entdecken, dass es in meinem Leben viele kleine Götter gibt, die meine Freiheit besetzen, und ist deshalb eine Umkehr und Bekehrung nötig? (Buße) Kann ich unbefangen Zeugnis geben von der Hoffnung, die mich trägt?

    Vielleicht könnten wir mit diesen Fragen und Überlegungen einen anderen Zugang zur „österlichen Bußzeit“ gewinnen und damit in neuer Freiheit das Fest der Auferstehung begehen. Natürlich gehört Fasten zur Lebensgestaltung eines Christen dazu, aber es muss nicht nur verstanden werden als Fastenzeit zur Vorbereitung auf Ostern. Allen wünsche ich einen gesegneten Sonntag (Palmsonntag) und eine gelungene Besinnungswoche in der jetzigen „österlichen Bußzeit“!

    Herzliche Grüße, Ihr und Euer Erich Elpers

    Wenn wir uns das Bild von Gottes Gegenwart - Salz im Wasser – noch einmal in Erinnerung rufen, dann kommen wir ganz schnell auf die Frage: Wo ist Gott in der derzeitigen Weltkrise ausgelöst durch den Coronavirus? So oder warum lässt Gott das zu? Auf diese Fragen habe ich keine Antwort! Aber wir könnten ja eine andere Frage versuchen: Was will uns diese Krise sagen? Was sollen wir durch diese Krise lernen für unser Leben? Oder auch wie können wir in einer nie dagewesenen Weltkrise Gott finden, seine Anwesenheit in der Pandemie?

    So können wir in einer solchen Krise Gott finden: Wir können uns nur wundern: Gott ist anwesend! So viele Menschen zeigen das, in dem sein Geist, der Gott in uns, Menschen in unglaublichen Ideen und großartigen Phantasien antreibt, Gutes zu tun. Da ist die distanzierte Solidarität, da sorgen die Jungen für die Alten und Risikomenschen, da klatschen Menschen auf den Straße als Dank für die Helfer, da kommen Nachbarschaften auf die Balkons und musizieren, da wird Einsamkeit überwunden, in dem alle möglichen Kommunikationsmittel benutzt werden, um einander nahe zu sein, da sind Polizeibeamte, die treu ihren Dienst tun, da erscheinen plötzlich Herzen in den Fenstern als Zeichen der Liebe zu den Helferinnen und Helfern (Ärzten und Pflegepersonal, Verkäuferinnen und Verkäufer), da sind Lehrerinnen und Lehrer, die phantasievoll über die Medien Kinder begleiten und unterrichten, da feiern ganz anders als gewohnt, Christen Gottesdienst in den Familien zuhause, da läuten abends alle Glocken zur Aufforderung zum solidarischen Gebet, etc. Für mich ist der weitgehende Abbruch des Egoismus, die Solidarität, ein Zeichen, dass der Geist Gottes bewusst oder unbewusst in allen Menschen anwesend und lebendig ist. Warum kann sich Gott nicht auch in solchen Krisen zeigen. Immerhin gebraucht er uns Menschen, um seine Macht und Anwesenheit zu zeigen. Hier wird wahr, was wir am Kreuz in St. Ludgeri in Münster lesen können: „Ich habe keine anderen Hände als die Euren“!

    Gott können wir Dank sagen, dass er die Menschen noch nicht verlassen hat, obwohl es manchmal so scheint. Allen einen gesegneten Sonntag, eine gelungene Woche und ein wirksames persönliches Gotteserlebnis. Herzliche Grüße aus Rheine, Ihr und Euer Erich Elpers

    Schmerz und Leid sind in unserer Gesellschaft wie ein unabwendbares Schicksal. Der christliche Glauben aber widerspricht: Der Mensch ist eben nicht in jedem Fall ohnmächtig dem ausgeliefert, was ihn trifft. Der erste Schritt zur Überwindung des Leides ist es, Worte zu finden - und einen Menschen der zuhören kann. Die Psalmen sind ein Zeugnis davon: wenn schon kein Mensch hört, dann wenigstens Gott. Trotzdem können wir uns dem Leid nur nähern, es nur umschreiben, vielleicht ein wenig mildern.

    Und auch beim gläubigen Menschen rüttelt es an seiner Gottesbeziehung: Warum gerade ich? Der Grund, auf dem das Leben aufgebaut war, kommt ins Wanken. Es ist unmöglich, sich dem Leiden in allem zu verweigern; sonst verweigert man sich dem Leben überhaupt. Den glatten Lebenslauf gibt es nicht. Schmerzen, Verluste, Abschiede, Wunden, Ängste gehören zum Leben dazu. Sie stellen unser Vertrauen, unseren Glauben, selbst unsere Beziehungen in Frage.

    Dennoch hören wir immer wieder skandalöse Antworten in der Frage nach dem Warum des Leidens. Zum Beispiel sei das Leid die Strafe Gottes für die Sünde des Menschen. Ganz geschickt entlastet hier meine Schuld am Unglück wenigstens Gott selbst. Oder man sagt, Jesus musste ja für uns leiden und zwar unvergleichlich größer als je ein Mensch sonst. Aber spüren wir da nicht gleich Verhöhnung so vieler Unschuldiger auf der Welt und zugleich die Behauptung, es gäbe ja doch einen rachsüchtigen Gott?

    Leid als Sühne und Strafe gedacht lähmen unseren Widerstand. Alle Leiden, die überwunden werden können, sind zu überwinden. Dann gibt es immer noch genug an Leid, das zu tragen oder zu ertragen ist und nicht abgeschafft werden kann, weil es zu unserem Menschsein gehört. Darin ist uns Jesus ganz gleich geworden.

    Aber auch diesem Leid kann man wirksam begegnen und zwar mit Zeichen der Liebe. Sie machen das Leiden nicht weg, aber sie gehen ihm um des Menschen willen ihm auch nicht aus dem Weg. Eine Mutter sagte: „Meine Tochter im Rollstuhl braucht kein Mitleid, sondern einen Menschen, der mit ihr lachen kann.“

    Jesu Leiden wäre vermeidbar gewesen. Doch das Kreuz Jesu und seine Auferstehung, sein Scheitern und sein Sieg machen die Vision eines anderen, eines besseren Lebens erst möglich. Das nur kann es bedeuten, wenn es heißt, er ist für uns gestorben.

    Es gibt seitdem kein Leid mehr, das fremdes Leid ist: Jeder Mensch, der einem anderen hilft, handelt wie Christus. Und wo immer Menschen leiden, steht Jesus Christus an ihrer Seite. So lange es Christen gibt, werden sie bei den Leidenden sein.

    Rainer Maria Schießler, Pfarrer von St. Maximilian in München
    https://de-de.facebook.com/rainer.maria.schiessler/

    Im Namen des Vaters
    und des Sohnes
    und des Heiligen Geistes.

    Amen.

    Ehre sei dem Vater
    und dem Sohn und dem Heiligen Geist,

    wie am Anfang, so auch jetzt und alle Zeit
    und in Ewigkeit.
    Amen.

    Vater unser im Himmel,
    geheiligt werde dein Name,
    dein Reich komme,
    dein Wille geschehe,
    wie im Himmel, so auf Erden.
    Unser tägliches Brot gib uns heute.

    Und vergib uns unsere Schuld,
    wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
    Und führe uns nicht in Versuchung,
    sondern erlöse uns von dem Bösen.
    Denn dein ist das Reich und die Kraft
    und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
    Amen.

    Gegrüßet seist du, Maria,
    voll der Gnade, der Herr ist mit dir,
    du bist gebenedeit unter den Frauen,
    und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.
    Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder
    jetzt und in der Stunde unseres Todes.

    Amen.

    Morgengebet
    Gütiger Gott,
    ein neuer Tag hat angefangen; du schenkst ihn mir.
    Ich freue mich und danke dir, dass ich ihn leben darf.
    Vor allem aber danke ich dir,
    dass du überall und immer bei mir bist.
    Zeige mir heute, was recht und was unrecht ist.
    Hilf mir, gut zu sein.
    Amen.

    Angelusgebet
    Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft, und sie empfing vom Heiligen Geist.
    Gegrüßet seist du, Maria...
    Maria sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort.
    Gegrüßet seist du, Maria…
    Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.
    Gegrüßet seist du, Maria …
    Bitte für uns, heilige Gottesmutter, dass wir würdig werden der Verheißungen Christi.
    Lasset uns beten. Allmächtiger Gott, gieße deine Gnade in unsere Herzen ein.
    Durch die Botschaft des Engels haben wir die Menschwerdung Christi, deines Sohnes, erkannt.
    Führe uns durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung.
    Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

    Tischgebet
    O Gott, von dem wir alles haben,
    wir danken dir für diese Gaben.
    Du speisest uns, weil du uns liebst.
    O segne auch, was du uns gibst.
    Amen.

    Abendgebet
    Danke für alles, was heute schön war,
    was andere für mich getan haben,
    was ich erleben und erfahren durfte,
    für alle Menschen, die mir begegnet sind.
    Verzeih mir alles, was ich nicht recht gemacht habe,

    wenn ich andern geschadet habe,
    wenn andere vergebens von mir Hilfe erwartet haben.
    Ich bitte dich für meine Familie und alle, die mir nahestehen.

    Besonders bitte ich dich für alle, die unglücklich oder krank sind,
    die in Sorgen leben, für alle, die nie satt werden.
    Sei du mit den Einsamen und Sterbenden

    und zeige mir jeden Tag, wie ich helfen kann.
    Segne uns alle und schenke uns eine ruhige Nacht.
    Amen.

    Viele Male haben wir versucht, unsere Konflikte mit unseren Kräften und Waffen zu lösen; so viele Momente der Feindseligkeit und der Dunkelheit; so viel vergossenes Blut; so viele zerbrochene Leben; so viele begrabene Hoffnungen. Doch unsere Anstrengungen waren vergeblich.

    Nun, Herr, hilf uns! Lehre Du uns den Frieden! Öffne unsere Augen und unsere Herzen, und gib uns den Mut zu sagen: „Nie wieder Krieg!“ Flöße uns den Mut ein, Taten zu vollbringen, um den Frieden aufzubauen. Herr, Du Gott der Liebe, der Du uns erschaffen hast und uns rufst, als Brüder zu leben, schenke uns die Kraft, jeden Tag Baumeister des Friedens zu sein; schenke uns die Fähigkeit, alle Mitmenschen, denen wir auf unserem Weg begegnen, mit wohlwollenden Augen zu sehen. Mach uns bereit, auf den Notschrei unserer Bürger zu hören, die uns bitten, unsere Waffen in Werkzeuge des Friedens zu verwandeln, unsere Ängste in Vertrauen und unsere Spannungen in Vergebung. Halte in uns die Flamme der Hoffnung am Brennen, damit wir mit geduldiger Ausdauer Entscheidungen für den Dialog und die Versöhnung treffen, damit endlich der Friede siege. Und mögen die Worte Spaltung, Hass, Krieg aus dem Herzen jedes Menschen verbannt werden!

    Herr, entwaffne Zunge und Hände, erneuere Herzen und Geist, damit das Wort, das uns einander begegnen lässt, immer „Bruder“ laute und unser Leben seinen Ausdruck finde in „Shalom, Frieden, Salam“! Amen.

    Papst Franziskus

    Herr, wir danken dir für alles Schöne, das uns in deiner Schöpfung begegnet, für das Feuer der Mohnblüte, das beruhigende Blau einer Kornblume und die üppige Pracht der Dahlien. Wie verschwenderisch bist du, Gott, wenn du uns Freude schenken willst! Bewahre uns davor, dass wir alle Freude für uns allein haben wollen und anderen deine Ge-schenke vorenthalten. Lass uns sorgsam mit der Schöpfung umgehen, mit Wald und Ackerland, Feld und Blumengarten, mit Wasser und Bodenschätzen, mit Pflanzen und Tieren. Lass uns ehrfürchtig und sorgsam damit umgehen. Lass uns in deiner herrlichen Schöpfung dich neu erkennen. Amen.

    Gott, höre unser Gebet für unsere Freunde, die Tiere, besonders für alle Tiere, die gejagt werden oder sich verlaufen haben oder hungrig und verlassen sind und sich fürchten; für alle Tiere, die eingeschläfert werden müssen. Für sie alle erbitten wir deine Gnade und dein Erbarmen. Und für alle, die mit ihnen umgehen, erbitten wir ein mitfühlendes Herz, eine sanfte Hand und ein freundliches Wort. Mach uns selbst zu wahren Freunden der Tiere und lass uns so teilhaben am Glück der Barmherzigkeit. Amen.

    Albert Schweitzer

    Nur für heute werde ich mich bemühen, den Tag zu erleben, ohne all die Probleme meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.

    Nur für heute werde ich mich um mein Auftreten sorgen. Ich werde niemanden kritisieren oder korrigieren, nur mich selbst.

    Nur für heute werde ich mich an die Umstände anpassen, ohne zu verlangen, dass sich die Umstände an mich an-passen.

    Nur für heute werde ich zehn Minuten einer guten Lektüre widmen. Wie die Nahrung für den Leib nötig ist, so ist es die Lektüre für die Seele.

    Nur für heute werde ich eine gute Tat vollbringen. Und ich werde es niemandem erzählen.

    Nur für heute werde ich etwas tun, wozu ich keine Lust habe. Sollte ich mich beleidigt fühlen, werde ich es nie-manden bemerken lassen.

    Nur für heute will ich ein Programm aufstellen. Vielleicht halte ich mich nicht daran, aber ich werde es aufsetzen. Und ich werde mich vor zwei Übeln hüten: vor der Hetze und vor der Unentschlossenheit.

    Nur für heute werde ich fest glauben – selbst, wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten – dass die gütige Vorsehung Gottes sich um mich kümmert, als gäbe es sonst niemanden auf der Welt.

    Im Pfarrgarten sind die Kirschen reif. Da der Pfarrer die Lausejungen aus der Nachbarschaft und ihren Appetit genau kennt, stellt er ein Schild im Garten auf, auf dem steht: „Gott sieht alles!“ Doch am nächsten Tag fehlen trotzdem viele Kirschen, und auf das Schild hat jemand gekritzelt: „Aber er petzt nicht!“

    In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sie. Er sagte:

    Selig, die arm sind vor Gott, denn ihnen gehört das Himmelreich.

    Selig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden.

    Selig, die Sanftmütigen, die keine Gewalt anwenden, denn sie werden das Land erben.

    Selig, die hungern und dürsten nach Gerechtigkeit, denn sie werden satt werden.

    Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden.

    Selig, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott schauen.

    Selig, die Frieden stiften, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.

    Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihnen gehört das Himmelreich.

    Selig seid ihr, wenn ihr meinetwegen beschimpft, verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet.

    Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein.

    (aus der Bergpredigt – Matthäus 5)

    Heiliger Vitus – Patron unserer Kirche und unserer Gemeinde

    Jeder kennt sie: Nikolaus, Franz von Assisi, Petrus und Paulus. Sie alle sind „Stars“ unter den Heiligen. Doch auch Vitus zählt zu den populärsten Heiligen Europas.

    Vitus wurde um 300 als Sohn des römischen Senators Hylas in Mazara del Valla auf Sizilien geboren. Der Legende nach gaben seine Eltern ihn zur Erziehung an Crescentia und Modestus, die ihn im christlichen Glauben unterrichteten. Sein Vater und der Richter Valerianus wollten Vitus mit allen Mitteln vom Glauben abbringen. Knechten, die Vitus schlugen, verdorrten die Arme, worauf Vitus betete und sie heilte. Hylas selbst erblindete, als er durch ein Schlüsselloch eines mit allen Reichtümern gefüllten Zimmers sieht. Nachdem Vitus für ihn betete, wurde er geheilt. So floh Vitus mit seinen Erziehern nach Lucanien, wo ihn ein Adler genährt und er allerlei Wunder gewirkt haben soll.

    Als der römische Kaiser Diokletian, der die letzte und brutalste Phase der Christenverfolgung befehligte, von dem 13-jährigen Jungen hörte, ließ er ihn nach Rom bringen. Vitus sollte seinen Sohn von Epilepsie heilen. Obwohl ihm dies gelang, sollte er seinen Glauben aufgeben.

    Als Vitus sich weigerte, sollte er gefoltert werden, doch ein Erdbeben brauch aus. Er wurde den Löwen vorgeworfen, damit diese ihn zerfetzten. Die Löwen aber taten ihm nichts. Schließlich starb Vitus, nachdem man ihn in einen Kessel siedenden Öls geworfen hatte.

    Heiliger Vitus, durch die Zeit hast du Menschen geholfen, die dir ihre Sorgen anvertrauten. Schütze unsere Heimat, unsere Familien und die Jugend. Zeige den Kindern den rechten Weg in die Zukunft. Gib uns Kraft, ihnen durch überzeugendes Vorbild den Glauben weiter-zugeben, für sie Zeit zu haben und sie zu verstehen. Amen.

    Vitus ist der Schutzheilige der Letter Kirche, wo ihn eine Statue aus dem 19. Jahrhundert zeigt. Als Attribut gilt der Löwe, der die Letter Gemeinde im Wappen der Pfarrei St. Johannes symbolisiert. Viele Orte haben Vitus als Patron auserkoren, vor allem in Bayern. Doch auch in Westfalen gehen Ortsnamen wie Wiedenbrück oder St. Vit auf „Veit“ zurück. Die bedeutendste Vitus-Kirche unserer Gegend ist in Corvey. Gedenktag ist der 15. Juni, der in Lette seit 1832 mit besonderer Kirchenmusik gefeiert wird. 1833 wurde erstmals ein wiederkehrender Jahrmarkt – die heutige Vitus-Kirmes – erwähnt.

    Vitus zählt zu den 14 Nothelfern und gilt als Patron der Jugend, Schauspieler, Bierbrauer, Winzer und Gastwirte sowie der Haustiere. Im Gebet wird er angerufen als Beschützer auf Reisen, bei Gefahren und Krankheiten, wie Veitstanz, Epilepsie, Tollwut, Bettnässen oder Schlangenbiss. Im Mittelalter galt der 15. Juni als Mittsommer-Beginn: „Hier mag die Sunn nit höher.“ „Nach St. Veit wendet sich die Zeit.“

    Bei Vorbildern ist es unwichtig, ob es sich dabei um einen großen toten Dichter, um Mahatma Gandhi oder um Onkel Fritz aus Braunschweig handelt, wenn es nur ein Mensch ist, der im gegebenen Augenblick ohne Wimpernzucken gesagt oder getan hat, wovor wir zögern. (Erich Kästner)

    Die wundersame Wandlung im Leben des Gottfried von Cappenberg

    Er war reich, sehr reich, besaß Burgen in Westfalen und Schwaben, war mit den Saliern und Staufern verwandt, den mächtigsten Herrscherhäusern seiner Zeit. Gottfried von Cappenberg gehörte als Graf des Dreingaus zu den angesehensten Herren des Landes. Sein Bruder Otto war Taufpate des legendären Kaisers Barbarossa. Durch die Hochzeit mit der Tochter des Grafen von Arnsberg sollte ein großer Machtblock geschmiedet werden. Doch es kam anders.

    Als Ritter zog Gottfried 1121 mit Herzog Lothar, dem späteren Kaiser, gegen Münster. Beim Sturm auf Münster wurde der Dom in Schutt und Asche gelegt, weshalb Kaiser Heinrich V. alle Ritter des Kriegszugs des Hochverrats beschuldigte. Aus Sorge vor der Reichsacht, die neben der Gefahr für Leib und Leben auch die Enteignung bedeutet hätte und nach einer Begegnung mit Norbert von Xanten in Köln, von dessen Predigten er fasziniert war, entschloss sich Gottfried zu einer radikalen Umkehr.

    Mit Waffengewalt versuchte der Graf von Arnsberg ihn von diesem Vorhaben abzuhalten. Doch Gottfried stiftete seinen Besitz den Prämonstratensern und wurde selbst Mönch. Anstatt in Schlachten zu ziehen, kümmerte er sich fortan um Arme und Kranke. Neben dem Kloster Schloss Cappenberg bei Selm gründete er die Klöster in Varlar und Ilbenstadt. Auch das 1133/34 gegründete Doppelkloster in Lette und Clarholz wurde von Cappenberg aus besiedelt.

    Gottfried von Cappenberg
    * 1097 in Cappenberg, † 1127 in Ilbenstadt, Gedenktag 13. Januar
    In Lette wurde das Gottfriedheim nach ihm benannt.

    Warum Norbert von Xanten sein Leben änderte

    Norbert führte ein der Welt durchaus zugewandtes Leben, brachte es zu hohen Ämtern am Hofe Kaiser Heinrichs V., bis ihn ein Blitzschlag vom Pferd riss. Danach änderte er sein Leben, wurde 1115 zum Priester geweiht und versuchte vergeblich eine Reform seines Heimat-stiftes in Xanten herbeizuführen. Fortan lebte er als asketischer Einsiedler und charismatischer Wanderprediger, der die Menschen in seinen Bann ziehen konnte. 1120 gründete er im französischen Prémontré den Orden der Prämonstratenser und zog als Prediger durch Frankreich, Belgien und Deutschland. 1126 ereignete sich die zweite große Wende im Leben des Norbert. Zum Erstaunen seiner Mitbrüder ließ er sich vom Papst zum Erzbischof von Magdeburg ernennen, wo er barfuß und in ärmlicher Kleidung einzog. Als unnachgiebiger Reformer überlebte er zwei Anschläge, führte als Vertrauter Kaiser Lothars III. aber wieder ein höfisches Leben, was Gottfried von Cappenberg bei einem Besuch veranlasste, sofort wieder abzureisen.

    Heiliger Norbert von Xanten
    * 1080 in Xanten, † 1134 in Magdeburg, Gedenktag 6. Juni
    In Lette wurden die ehemalige Norbertschule und die St.-Norbert-Straße nach ihm benannt.

    Der Orden der Prämonstratenser wurde im Jahr 1120 durch Norbert von Xanten in Prémontré gegründet. Die Prämonstratenser wurden stark von den Zisterziensern beeinflusst, trugen ebenfalls zur Entwicklung der Landwirtschaft bei und versahen pfarramtliche Seelsorge. Später setzte sich eher ein aristokratischer Zug durch. Die Handarbeit wurde allmählich weniger. Wichtig blieben aber die Lehrtätigkeit und das Schreiben von Büchern. Der Orden wuchs rasch. Mitte des 14. Jahrhunderts soll es 1.700 Klöster gegeben haben. Im Lauf der Zeit kam es zu unabhängigen Gemeinschaften, so dass der Orden zu Beginn des 19. Jahrhunderts bis auf die Häuser in Österreich-Ungarn fast verschwunden war. Heute hat der Orden 100 Niederlassungen und ist auf allen Kontinenten präsent.

    „Und wie der Klang im Ohr vergehet, der mächtig tönend ihr entschallt, so lehre sie, dass nichts bestehet, dass alles Irdische verhallt“, heißt es in Schillers Lied von der Glocke.

    Ob volles Festtagsgeläut oder Totenglocke – in frohen wie in traurigen Tagen begleiten die Kirchenglocken des Lebens wechselvolles Spiel. Es gab aber auch Zeiten, in denen kein Geläut zu hören war: während der großen Kriege. Denn sowohl 1917 als auch 1942 mussten die Letter ihre Glocken hergeben, da Metall für die Kriegsmaschinerie eingefordert wurde. Und so sahen die Schüler im Juli 1917 vom Klassenfenster aus, dass ein Pfeiler der Turmfenster entfernt worden war und nun zwei Glocken, die dort seit dem Neubau des Turmes 1858 hingen, über Bohlen durch das Fenster geschoben wurden, bis sie überkippten und zu Boden fielen. Ein Wehmut erzeugendes Bild. „Ihr leiwen Glocken, nou mött ji auk Soldot wären“, soll damals der Bauer Kaiser gesagt haben. Pfarrer Kersting schrieb: „Wegen Kupfermangel mussten die beiden großen Glocken abgeliefert werden. Mancher Mann war zu Tränen gerührt, als die alten Glocken nach Clarholz zur Bahn gefahren wurden.“

    1919 wurden neue Glocken bei Petit & Edelbrock, Gescher, gegossen und das Uhrwerk von Vortmann installiert. Das elektrische Geläut folgte 1938.

    1942 schrieb Pfarrer Kersting abermals: „Die Glocken sind jetzt auf Nimmerwiedersehen im Krieg. Sie hatten einen Klang, der das Volk erbaute und fröhlich stimmte. Ob wir je solche Glocken wiederbekommen?“

    Und schließlich: „1948 erhielten wir unsere neuen Glocken von Petit & Edelbrock, Töne: Es, Ge, Be. Gott möge verhindern, dass ein neuer Krieg unsere Glocken nimmt.“ Diese Glocken hängen bis heute.

    Vom „Inschlohn“, einer frühen Art des Läutens, war der Franziskanerpater Sophronius aus Wiedenbrück nicht sonderlich angetan. So schrieb er am 12. April 1920 an Kersting: „Als ich nach Möhler ging, läuteten Ihre drei Glocken. Ich war entzückt über den Feiertagsklang, der über die blühenden Frühlingsflure zog. Wäre auf ihnen wieder Hackebrett gespielt worden, wäre jegliche Poesie verflogen gewesen.“

    Inschriften der Glocken

    • Heilige Maria, Königin des Friedens, bewahre uns vor neuem Krieg!
    • Heiliger Vitus, Patron unserer Pfarrei und Kirche, bitte für uns!
    • Heiliger Joseph, Schutzpatron, eines guten Todes bitte für uns!

    Uhrwerk und Geläut

    Schlägt die Uhr einmal, ist es Viertel nach. Um Halb schlägt sie zweimal, um Viertel vor dreimal und zur vollen Stunde viermal sowie die Stundenzahl. Um 6, 12 und 18 Uhr erfolgt das Angelusläuten.

    U.a. hier finden Sie die Gebete und Bibeltexte des Tages: